Meica „Kohlkönig“

Liebe Meicas, bevor Ihr mir auf’s Dach steigt: Ich habe keine Ahnung, wie Grünkohl „in echt“ schmecken muss — und Ihr?

Wenn es jedenfalls so sein sollte, dass das in Eurer Packung tatsächlich eine „realistisch“ Wiedergabe der norddeutschen Kochkunst darstellen sollte, müsste ich dem Norden der Republik (den ich durchaus schätze) eine geschmackstechnische Absage erteilen. Denn das, was mich da auch dem Plastikschälchen schelmisch angrinst („Trau Dich!“), hat sich als echte Herausforderung für meine süddeutsch geprägten Geschmacksknospen herausgestellt. Abgesehen davon, dass es optisch eher den Eindruck von „Wurst in Kotze“ vermittelt, habe ich mir ernsthaft die Frage gestellt, ob es ein Witz sein soll, dass man die meines Erachtens total versalzene Wurst jetzt auch noch mit Senf verschlimmbessern soll. Nach den ersten paar Bissen habe ich jedenfalls erst mal den Senf weggelassen. Trotzdem stellte sich bereits zum Ende der ersten Halbzeit ein Widerstreben ein, das nur mit kräftigem Schlucken und erheblicher Willenskraft überwunden werden konnte. Und nachdem nun alles „unten“ ist, merke ich, was in der Packung noch fehlt: Ein Klarer zum Verdauen, und ein Blondes zum Vergessen!

Also, liebe Norddeutschen, wenn das wirklich so schmecken muss, bleib ich doch lieber wieder bei Matjes oder Krabben! Schüttel.

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Erasco „Paprikagulasch“

Lieber Erasco!

Es tut mir echt leid, dass Du so lange nichts mehr von mir gehört hast, deshalb habe ich mir heute Dein „Schweinegulasch in Paprika-Sauce mit Erbsen & Möhren und Kartoffelpüree“ angetan. Vielen Dank, dass Du mich damit daran erinnert hast, wieso ich eigentlich gar kein Gulasch mag! „Schweine-Gulasch“ trifft es nämlich auf den Kopf, wenn ich mir das so ansehe. Glubschige Bröckel mit grün-grauem Plastikbrei, dazu geschmacksreduziertes Ex-Gemüse. Ja, so erinnert man sich gerne zurück an die Zeiten, wo Mama gesagt hat: „Wenn Du es nicht magst, lass es stehen!“. Oh ja, gerne.

Liebe Grüße und bis zur nächsten Enttäuschung,

Dein Markus

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Frischeria „Jäger Hacksteak mit Kartoffelpüree“

Zubereitetes Frischeria “Jäger Hacksteak mit Kartoffelpüree”

Hier herrscht Ordnung auf dem Teller!

„Das sieht so geil aus, das hätte ich Dir fast weggemampft.“. Aha, so so. Ich gebe zu, die Packung verheißt Deftiges nach Großmutterart — Salzig und fettig, eine tolle Kombination! Nach der anleitungsgemäßen Zubereitung war ich jedoch nicht mehr so von der Sache überzeugt… Sieht für mich eher aus wie Mittagessen auf der ISS (eine Lego-Packung mit gelbem Pamp und braunen Pamp). Tatsächlich bemerkte ich einen ausgesprochenen Widerwillen, beide Pamps (Pampen? Pampi?) zu probieren!

Doch zu Unrecht. Ich gebe schweren Herzens zu: Sch*, das schmeckt echt lecker! Natürlich nicht „lecker“ im Sinne von „frisch gekocht“ (heißt ja nur zum Spaß „Frischeria“ und lebt von intensiver Beimischung „frischer“ Zutaten wie Hefeextrkt, Glukose, Sulfit, modifizierter Stärke, Aromen, Xanthan und Riboflavin — das benutze ich auch immer alles beim „frisch kochen“), aber für ein Fertiggericht tatsächlich „gut“ (im Sinne einer in beide Richtungen offenen Skala mit nicht näher definierter Gewichtung).

Ich kann es nicht glauben, aber ich erkläre es tatsächlich zum Kauftip!

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WeightWatchers „Ricotta Spinat Tortellini in Käse Sahne Sauce“

WeightWatchers "Ricotta Spinat Tortellini in Käse Sahne Sauce"

Ist das alles?

Herzlichen Glückwunsch! Mit dieser Packung hat der Hersteller es bei uns ganz oben auf die Bestenliste geschafft und bewiesen, wie egal Geschmack, Menge, Konsistenz und Aussehen einem Nahrungsmittelchemiker sein können, solange nur ein bekannter Markenname auf dem Lizenzfabrikat steht! Es wurde in jeder Hinsicht alles getan, um mich von einem Zweitkauf abzuhalten. Schon beim Öffnen überzeugt einen die Füllmenge davon, dass man mit großem Hunger lieber die Packung im Laden lässt (Originalzitat: „Wo ist denn der Rest?“). Doch auch die labberige Konsistenz a la weißes Wasser, vor allem aber der fade Geschmack („Da soll Käse drin sein?“), haben mich endgültig überzeugt, dieses Fertiggericht nie wieder zu kaufen. Bravo, eine Glanzleistung, das muss man mit Tortellini in Käsesauce erst mal schaffen! Applaus!

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Heinz „Chili con Carne“

Caramba! Dös is fei scharf des Dschili! Mir treibt’s zwar noch nicht die Augen aus dem Kopf und es kommt auch noch kein Qualm aus den Ohren, aber Herrschaften, das ist echt lecker! Eigentlich wollte ich schreiben, dass ich es schade finde, dass die Dose so klein ist. Jetzt bin ich froh darüber. Definitiv ein Muss auf der Einkaufsliste! Dank an Heinz für die Verdosung des mittelamerikanischen Bohneneintopfs!

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Paulus „Welsfilet Gourmet“

Paulus "Welsfiltet Gourmet"

Großes Lob! Endlich mal etwas das auf der Packung nicht wirklich besser aussieht als es später aus dem Ofen kommt!

Eine Verpackung, die einen solch morbiden Charme ausstrahlt, als hätte sie jemand versehentlich 1985 in der Tiefkühltruhe vergessen, löst in mir unweigerlich den Drang aus, meine Geschmacksknospen einem neuerlichen Nervenkitzel auszusetzen! Abgesehen davon muss dem deutschen Binnenfisch -und somit der Erholung der Seebstände- eine Chance geben werden, wenn schon nahezu die ganze Packungs-Rückseite darauf verwendet wird einem klarzumachen, was für ein guter Mensch man ist, wenn man sich entgegen allseitigem Spott der umstehenden Kollegen tatsächlich doch zum Verzehr dessen entscheidet, was ich persönlich als „gastronomischen Unfall“ bezeichnen würde. Auch wenn das Bauchgefühl sagt: „Bitte! Bitte, lass es im Laden!“ – Mutig den allem Anscheins nach von Herrn Paulus fünzehnjähriger Tochter selbstgemachten Karton aufgerissen und ab in den Ofen mit dem Clarias garieponus!

Eins vorweg: Hätte ich, angesichts der Winzportion, nicht von Anfang an die Hoffnung gehabt, dass das Drama in nur drei Akten vorrüber ist, und wäre ich kein umweltpolitischer Gutmensch — ich hätte vermutlich kapituliert. Nicht wegen des Wallers an sich. Sondern wegen der Tatsache, dass sich der Inhalt exakt so lieblos darbietet, wie es das Produktfoto von vorneherein ungeschönt androht, auch und gerade was den Senf-Pamp anbelangt, mit welchem der Produktchef anscheinend versucht auch die allerletzten Kunden von einem Zweitkauf abzuhalten. Mal ganz ehrlich, mir drängt sich beim weiteren Verzehr der Verdacht auf, dass der Produkt-Verantwortliche die Familie Paulus nicht sonderlich mag. Oder er ist Raucher und braucht den total überzogen schmeckenden Matsch oben drauf, um überhaupt noch irgendwas zu schmecken. Jedenfalls kann mir niemand erzählen, irgendjemand im Hause Paulus findet das wirklich lecker.

Nichtsdestotrotz: Ich kaufe dieses Produkt tatsächlich immer wieder. Kein Witz. Wenn man die Pampe runterkratz schmeckt der Rest ganz ordentlich. Und die Umwelt dankt es: Es muss ja nicht jedesmal Alaska-Seelachs a la Bordelaise sein!

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WeightWatchers „Königsberger Klopse mit Kartoffeln“

WeightWatchers "Königsberger Klopse mit Kartoffeln"

Das ist doch mal eine ordentliche Portion!

Na das ist doch mal eine gut aufgeräumte Sache! Da kommt man nicht durcheinander beim Essen. Alles gut sortiert. Ich kann mir richtig vorstellen, wie zwei Damen am Band das ganze montieren: „Helga, hast Du schon die vier Kapern rein?“ – „Nee Gertrud, das mach ich immer erst nach den fünf Fleischbällchen.“. Geschmacklich find ich das ganze recht akzeptabel und kann es völlig überwindungsfrei verzehren, wobei ich mich aber schon frage, nach was genau es eigentlich schmeckt. Nach viel jedenfalls nicht. Eher nach „Opi darf nichts scharfes essen.“ Vielleicht haben Helga und Gertrud aber auch einfach Salz und Pfeffer vergessen reinzutun. Apropos Helga: Sehe grade, es sind doch fünf Kapern.

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