Paulus „Welsfilet Gourmet“

Paulus "Welsfiltet Gourmet"

Großes Lob! Endlich mal etwas das auf der Packung nicht wirklich besser aussieht als es später aus dem Ofen kommt!

Eine Verpackung, die einen solch morbiden Charme ausstrahlt, als hätte sie jemand versehentlich 1985 in der Tiefkühltruhe vergessen, löst in mir unweigerlich den Drang aus, meine Geschmacksknospen einem neuerlichen Nervenkitzel auszusetzen! Abgesehen davon muss dem deutschen Binnenfisch -und somit der Erholung der Seebstände- eine Chance geben werden, wenn schon nahezu die ganze Packungs-Rückseite darauf verwendet wird einem klarzumachen, was für ein guter Mensch man ist, wenn man sich entgegen allseitigem Spott der umstehenden Kollegen tatsächlich doch zum Verzehr dessen entscheidet, was ich persönlich als „gastronomischen Unfall“ bezeichnen würde. Auch wenn das Bauchgefühl sagt: „Bitte! Bitte, lass es im Laden!“ – Mutig den allem Anscheins nach von Herrn Paulus fünzehnjähriger Tochter selbstgemachten Karton aufgerissen und ab in den Ofen mit dem Clarias garieponus!

Eins vorweg: Hätte ich, angesichts der Winzportion, nicht von Anfang an die Hoffnung gehabt, dass das Drama in nur drei Akten vorrüber ist, und wäre ich kein umweltpolitischer Gutmensch — ich hätte vermutlich kapituliert. Nicht wegen des Wallers an sich. Sondern wegen der Tatsache, dass sich der Inhalt exakt so lieblos darbietet, wie es das Produktfoto von vorneherein ungeschönt androht, auch und gerade was den Senf-Pamp anbelangt, mit welchem der Produktchef anscheinend versucht auch die allerletzten Kunden von einem Zweitkauf abzuhalten. Mal ganz ehrlich, mir drängt sich beim weiteren Verzehr der Verdacht auf, dass der Produkt-Verantwortliche die Familie Paulus nicht sonderlich mag. Oder er ist Raucher und braucht den total überzogen schmeckenden Matsch oben drauf, um überhaupt noch irgendwas zu schmecken. Jedenfalls kann mir niemand erzählen, irgendjemand im Hause Paulus findet das wirklich lecker.

Nichtsdestotrotz: Ich kaufe dieses Produkt tatsächlich immer wieder. Kein Witz. Wenn man die Pampe runterkratz schmeckt der Rest ganz ordentlich. Und die Umwelt dankt es: Es muss ja nicht jedesmal Alaska-Seelachs a la Bordelaise sein!

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Über Markus Karg

Java Guru with +30 years of experience in professional software development. I travelled the whole world of IT, starting from Sinclair's great ZX Spectrum 48K, Commodore's 4040, over S/370, PCs since legendary XT, CP/M, VM/ESA, DOS, Windows (remember 3.1?), OS/2 WARP, Linux to Android and iOS... and still coding is my passion, and Java is my favourite drug!
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